SC Sendling II : Vize-Meister in der A-Klasse!

Zum Abschluss der Saison waren wir bei den 12 Aposteln von Siemens zu Gast. Zu Beginn gab es ein Remis von Patrick, gefolgt von einer Niederlage von Richard. Bemerkenswert war der Gegner von Leonid, der während der ganzen Partie am Brett schlief. Hin und wieder machte er die Augen auf um einen Zug zu machen. Das konnte nichts werden, folgerichtig der nächste Sieg von Leonid.

Es folgten Siege von Eduard und Joachim, ein Remis von Ingo und eine Niederlage von Bernd, Zwischenstand damit 4-3 für uns. Da ich so mit meiner Partie beschäftigt war, bekam ich davon nicht viel mit. Ich hörte nur, dass meinem Gegner ein 3,5-3,5 als Zwischenstand gemeldet wurde und mir wurde ein „Remis reicht“ zugerufen. Aber ein Remis kam nicht in Frage, meine Stellung musste gewonnen sein, was sie auch war.

Am Ende also ein 5-3 und ein hervorragender 2. Platz in der A-Klasse!

Gerne möchte ich mich bei allen Spielern für ihren Einsatz, den Teamgeist und die tolle Atmosphäre während der ganzen Saison bedanken. Ein Dank auch an die anderen Mannschaftsführer Peter und Rudi.

6. SC Sendling II – SK München Südost 2 4.0 : 4.0

Nach der Osterpause hatten wir den Tabellenführer zu Gast. Ich selbst war auf einer Dienstreise bei der klar war, dass ich nicht rechtzeitig im Club sein würde, so dass mich Tim als Spieler und Mannschaftsführer vertrat. Als ich um 21:00 im Club eintraf, hatte Patrick bereits gewonnen, sein Gegner ist vermutlich aus Respekt von Patricks Score erst gar nicht gekommen.

Leonid hatte es mit einer jungen Nachwuchsspielerin zu tun, die zwar tapfer kämpfte, kurz vor der Zeitkontrolle aber die Waffen strecken musste. Damit 2-0 und an allen anderen Brettern sah es auch recht gut aus. Das roch nach einem unerwarteten Sieg gegen den Klassenprimus.

Tim hatte seinen jungen Gegner, der mit 4/4 anreiste, gut im Griff und alle seine Schwerfiguren auf der h-Linie zum Angriff bereit. Leider verpasste er, mit Dh7+ (Damenopfer mit Matt im nächsten Zug) den Sack zuzumachen. Tim gewann in der Folge zwar die Qualität, im Endspiel Turm+5B vs. Springer+6B konnte er bei bereits sehr schlechter Zeit keine Fortschritte machen, so dass es am Ende zur Punkteteilung kam. Nach einer Niederlage von Eduard stand es 2,5-1,5 für uns.

Richard hatte Turm und Läufer für die Dame und stand nach eigenem Bekunden besser. Für mich sind solche Materialverteilung zu komplex um das beurteilen zu können. Fortschritte waren für beide Seite nicht richtig zu sehen, das folgerichtige Remis gegen einen 2024er ist ein weiterer schöner Erfolg von Richard.

Ingo hatte es mit einer griechischen WIM (Woman International Master) mit 2165 Elo zu tun. WIM gibt es überhaupt nur ca. 600 Stück weltweit. Ingo lieferte einen tollen Kampf mit wildesten taktischen Verwicklungen. Am Ende setzte sich die Titelträgerin aber doch durch.

Bernd hatte zwar die Qualität mehr, sein Gegner dafür aber 3 Bauer die unaufhörlich weiter nach vorne marschierten. Bernd gab die Qualität für einen Bauern und die Verschlechterung der gegnerischen Bauernstruktur zurück, es verblieben aber immer noch 2 Mehrbauern, allen voran ein Freibauer auf der h-Linie der nicht gestoppt werden konnte. Vielleicht wäre es noch zäher gewesen, den Bauern mit dem König (statt dem Turm) zu blockieren, am Ende wäre die Stellung aber vermutlich nicht zu halten gewesen, damit plötzlich 4-3 für Südost.

Martin hatte ein Turmendspiel mit jeweils 4 Bauer und die deutlich aktivere Stellung. Die Frage war, würde das zum Sieg reichen. Er gewann zwar einen Bauern am Damenflügel (da hatte er nun eine beachtliche 4-1- Bauermehrheit), unterschätzte dabei die Gefahr der beiden verbunden gegnerischen Freibauern am Königsflügel. Martin musste für einen von beiden den Turm geben und der andere ging zur Dame. Martin hatte nun aber auch eine neue Dame und einen weiteren Bauern auf der 7. Reihe. Glücklicherweise war er nach der beiderseitigen Umwandlung am Zug und konnte mit Schachs beginnen. Viele Züge wurden nicht mehr gemacht, seine Gegner hatte nämlich keine Zeit mehr. Zeitglich mit dem Blättchenfall erfolgte die Aufgabe.

Große Erleichterung und Freude machte sich bei uns breit, am Ende also ein hart umkämpftes 4-4. Auch wenn es am Anfang nach mehr aussah, bin ich damit sehr zufrieden. Ein toller Fight der ganzen Mannschaft.

SCS 3 trotz Niederlage noch im Rennen

Zwei Helden waren ja wieder da, aber mit dem Erlöser haperte es diesesmal. Joachim gab sich zwar alle erdenkliche Mühe, und war auch stolzer Schäfer einer stattlichen Schafsherde. Allerdings befand sich auf der Gegenseite ein Hammel. Nun muss doch der letzte Spieltag entscheiden. Und so wie es ausschaut, sind wir mit eineinhalb Brettpunkten auf der sicheren Seite. Die müssen aber gegen die starken Garchinger erstmal eingesammelt werden. Deshalb hier der Aufruf an alle Mannschaftsführer: Her mit den starken Ersatzspielern! Einer muss es mindestens sein, da Brett 8 bis jetzt, unbesetzt ist. Hier hat Louis am Donnerstag einen hervorragenden, Marathonmäßigen Fight geboten. Nur der Teufel kann es gewesen sein, der den gegnerischen König so schnell übers ganze Feld befördert hat, um rechtzeitig seinen Freibauern auf der sechsten Reihe zu schützen. Somit konnten die zwei wunderschönen Siege von Rudi, und besonders Hakan, die Niederlage nicht verhindern. Jedoch im Hinblick auf die, bei wahrscheinlicher Punktgleichheit, entscheidenden Brettpunkte, können sie doch noch ausschlaggebend sein.

Anschlusszug in Dachau verpasst

Mit einem 4:4 in Dachau verpasste die Erste leider den Anschluss an die zweitplatzierten Roten Türme, die zeitgleich erwartungsgemäss aber knapp gegen Spitzenreiter Garching verloren. So bleibt der SC leider zwischen Himmel und Hölle.

Gegen Dachau gab es ein Hauen und Stechen, nur zwei Bretter gingen mit einem Remis zu Ende. Zunächst war Peter schnell mit 1-0 in Führung gegangen, in der Folge wurden aber bei etlichen Brettern die Stellungen schwieriger. Bei Alfons war nach der Zeitnot eine Figur weg und Stefan (Watzenberger) wusste noch nicht so recht, wie er den Kampf gegen den Isolani zu führen hatte. Dann musste ich mich auf mein eigenes Brett konzentrieren, wo ich für einen Zug lang die Übersicht verloren hatte. Bei vier in Frage kommenden Bauernvorstössen hatte sich mein Gegner zum Glück für den falschen entschieden, was die Partie dann schnell beendete.

Runde 5: 3,5-4,5 gegen Spitzenreiter Garching III

Anti-Französisch, Anti-Sizilianisch, Anti-Caro-Kann…bereits die Eröffnungsphase bot jede Menge Anti-Schach.
Am Schluss stand dann auch das passende Anti-Ergebnis: 3,5-4,5. Aufstieg futsch, Klassenerhalt ungesichert, Tristesse.
An 7 und 8 kamen Eduard – ähnlich schnell wie Patrick in der Woche davor – und Uli zu Siegen.
Vorne bei der Ü2000-Party wollte dagegen keine Stimmung aufkommen. Jens, Christoph und Peter standen zwischenzeitlich ganz kommod, die gefühlte Initiative versandete aber jeweils zum Ausgleich.
Die Osterpause könnte kaum gelegener kommen…

Zwei Helden, und ein Erlöser !

 

Hier zog Weiß den angegriffenen Läufer nach g2, und unser Trophäensammler Filip,  Held Nr. 1,   gewann ihn, und etwas später die Partiefilip7

im 2. Diagramm,  schien es, als würde Simon Hugger den Läufer gewinnen, aber es war leider eine Fata Morgana, denn Weiß war am Zug, und es folgte Le5.

Simon schlug die weiße Dame, sah aber nicht, dass nach Lxf6, Ta3?, Te8+ , Lgf8, “ Lfe7 “ kam. Td7, statt a3,  hätte die Stellung gehalten, aber unser junges Toptalent, schießt noch aus der Hüfte.

simon Hugger

Louis  gehört das untere Diagramm, man  sieht, er ist der zweite Held.

Louis

Leider glich Aschheim an Brett 6 wieder aus. Hiermit ist klar dass seit Freitag dem 13. auf den Brettern 6+7 ein Fluch, sein Unwesen treibt.

Dann waren da noch zwei mehr oder weniger schnelle Remis, von Thomas und Hakan, und dann kam Spannung auf.

Vitaliys Gegner wirkte nicht nur mit seiner DWZ von 1920, recht unangenehm. Sein c- und e- Bauer war ziemlich früh auf der sechsten Reihe, und die sie stoppenden Gegenüber, äußerst bedroht. Und dann auch tatsächlich beseitigt. Als im Damenendspiel dann der e-Bauer auf e7 zog, zeigte es sich, dass auch Vitaliy nicht ganz humorlos war. Seine Dame hatte von der zweiten Reihe aus, den weißen König auf die Grundlinie zurückgeschacht. Dann kam der bisher, eher unauffällige schwarze Freibauer nach a2, und liebäugelte mit dem Mattzug nach a1. Vitaliys König war von einer Umwandlung des e-Bauern nicht direkt betroffen, allerdings sah sogar der Rudi, dass ihn die weiße Dame, durch ein Scheinopfer, auf die weiße Linie zwingen konnte, und Dame 2, das Dauerschach festzuhalten in der Lage war.

So stand es insgesamt  3,5 zu 3,5,  und es rackerte, wie immer, noch der Klaus. Seine Spielweise ist (das muss mal erwähnt werden) immer auf das Gesamtergebnis abgestimmt. So fühlte er sich diesesmal gezwungen, den vorsichtigen Weg zu verlassen, und stand plötzlich am Abgrund. Nun musste der Rudi, sich innerlich schon mit der Grabrede befassen, den eine Gesamtniederlage hätte auch schon den sicheren Abstieg bedeutet. Aber es ist Österliche Zeit, und da bedeutet tot, nicht unbedingt, für immer tot. Und siehe da, nach drei Minuten (nicht Tage)  im Kampf  eins gegen drei Bauern, vollbrachte Klaus das Unmögliche. Er stand wieder auf, und das Grab bleibt (vorerst) leer.

 

 

 

5. 1. SK Neuperlach I 1802 – SC Sendling II 2.0 : 6.0

Zuerst ein Lob an den Gastgeber, im Vergleich zu einigen früheren Matches in Neuperlach waren die Spielbedingungen diesmal ausgesprochen gut.

Als wollte mich Leonid für meinen letzten Bericht Lügen strafen, machte er mit einem frühen schwarz-remis den Auftakt in einen ereignisreichen Abend.

Ich selbst war zwar voll motiviert und siegessicher an den Start gegangen, das aus einem Franzosen entstandene Damenendspiel bot aber nur Weiß realistische Gewinnchancen, so dass das 2. schwarz-remis des Abends wohl in Ordnung geht, zumal es an fast allen anderen Brettern sehr gut aussah.

Patrick hat seinen Gegner völlig überspielt und nach dem Übergang ins Turmendspiel fiel dessen Stellung dann auch ganz und gar auseinander, eine erneute Klasseleistung. Patrick steht damit – inkl. seinem Einsatz in der ersten Mannschaft – mit 4,5/5 bei +108 DWZ-Punkten und einer Performance von 2190!

Ein taktisches Meisterwerk lieferte Ingo, der seine gesamte Schwerfiguren-Flotte seinem Gegner auf die offene h-Linie knallte und dabei noch 3-4 Bauern im Königsangriff zur Unterstützung hatte. Hier gab es einfach kein Entkommen mehr, ein sehr schöner Sieg von Ingo und die 3-1 Führung.

Richard hatte es an Brett 2 mit dem mit Abstand (DWZ-)stärksten Neuperlacher zu tun. Er hatte einen Minusbauern mit vielversprechender Kompensation und komplizierten Verwicklungen. Am Ende setzten sich die fast 300 DWZ-Punkte Unterschied durch und Richard musste die Waffen strecken.

Bernd hatte über lange Zeit eine recht geschlossene Stellung, bei der am ehesten eine Punkteteilung zu erwarten gewesen war. Als ich nach einiger Zeit wieder ans Brett kam, hatte sein Gegner 3 verbundene aber dennoch nutzlose Freibauern am Königsflügel. Bernd hatte im Zentrum davon nämlich 2, die aber viel gefährlicher waren, da sie bereits weit vorgerückt waren und mit geradezu malerischer Schönheit von den eigenen Figuren unterstützt wurden. Einen davon aufzuhalten kostete bereits eine Figur, der zweite sorgte für Rest. Bernd nun mit hervorragenden 4/5 und einer DWZ-Performance von 2066.

Joachim, der kurzfristig für Eduard einsprang, ging mit einer Referenz von 6-0 gegen einen bis dato ungeschlagenen jugoslawischen Gleitschirmflieger an den Start. Diesen Score konnte er auch mit einer von Anfang an glanzvollen Partie bestätigen. Einzig die Zeit schien seinen Sieg noch gefährden zu können. Als noch 10 Züge zu machen waren hatte beide Spieler in nachfolgender Stellung noch etwa 3 Minuten:

Unbeeindruckt von der tickenden Uhr fand Joachim hier 32. Txe5!

Es folgt noch 32. …… dxe5 33. Dxe5+ Tf6? 34. Dxe7+ 1-0

Damit war der Mannschaftssieg offiziell.

Martin hatte in einem Schwerfigurenmittelspiel einen Mehrbauern und die offene a-Linie unter voller Kontrolle. Dennoch bot die Stellung beiden Seiten Angriffschancen. Sein Gegner wollte sich auch gar nicht auf langes Lavieren einlassen und opferte einen Läufer für zwei Bauern, was ein Eindringen sämtlicher Schwerfiguren ins gegnerische Lager drohte. Von Matt bis Damengewinn drohte so ziemlich alles. Martin parierte alle Drohungen mit traumwandlerischer Sicherheit, was jedoch viel Zeit kostete. Martin hatte nun noch 6 Minuten für die restliche Partie. Da nach Abwehr der gegnerischen Drohungen nun aber sämtliche Mattdrohungen auf seiner Seite waren, reichte die Zeit gemütlich aus, um den Gegner vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Eine schöner Sieg durch reine Willenskraft.

Endstand also 6-2. So können wir bester Laune in die Osterpause gehen.

4. SC Sendling 2 – TSV Forstenried 1 3.5 : 4.5

Zu Beginn des Wettkampfes gegen Forstenried gab es ein blutleeres Remis vom Mannschaftsführer, dem ein Remis von Martin folgte.

Frank, der für Patrick am Start war, kam sehr gut aus der Eröffnung und hatte eine „überdurchschnittliche Stellung“ (Christoph Altmann). In der Folge konnte sich sein Gegner befreien und stand dann vielleicht sogar schon besser. Nach wilden und komplizierten Abwicklungen mit beiderseitigen Mattdrohungen endete die Partie mit einem Dauerschach. Bernd hatte ebenfalls eine komplexe Stellung, in der er den (einzigen?) Remisweg fand, Zwischenstand damit 2-2.

Den Glanzpunkt der Tages setzte Richard, der Stefan Krämer (DWZ 2145) ein Remis abtrotzte. Eine wirklich starke Leistung.

Eduard hatte es mit einer 18jährigen Georgerin mit DWZ 2215 zu tun. Er kämpfte im Schwerfiguren- Mittelspiel wie ein Löwe, am Ende konnte sich die hübsche Gegnerin aber durchsetzen.

Ingo hat früh eine Qualität für einen Bauer geopfert. Es entwickelte sich ein sehr intensiver Kampf mit einem Endspiel mit intakten Remis-Chancen. Sein Gegner spielte das Endspiel aber mit absoluter Präzision und der notwendigen Geduld bis zum Ende aus und konnte am Ende auch den vollen Punkt einstreichen.

Beeindruckend war wieder einmal Leonid, der einfach jede Partie bis zum Ende ausspielt. Schnelle Remis wie bei seinen 40 Jahre jüngeren Mannschaftskollegen gibt es nicht. Und auch diesmal knetete er seinen jungen Gegner so lange, bis dieser den Überblick verlor und mit noch 60 Sekunden auf der Uhr und einer hoffnungslosen Stellung aufgab. Ergebnis damit 3,5-4,5. Da im worst-case 3 Mannschaften absteigen, müssen wir ein bisschen nach unten schauen.