U20 Landesliga Süd 2017/18

Beim Heimkampf im neuen Spiellokal in der Garmischer Straße musste unser Reisepartner Kriegshaber Augsburg feststellen, dass das neue Gebäude noch nicht korrekt in ihrem Navi ausgegeben wird. Mit etwa 10 Minuten Verspätung kamen sie dann aber doch noch an. Unser eigener Kampf am Vormittag gegen Unterhaching begann wie erhofft. Die Gäste hatten wieder Aufstellungsprobleme und setzten an Brett 3 und 4 zwei Nachwuchsspieler ein. Stefan und Michael Schamberger setzten sich sicher durch und sorgten für eine 2-0-Führung. Simon Hugger an Brett 2 sicherte den Mannschaftssieg. Er hatte gerade einen zweiten Bauern erobert, weshalb sein Gegner trotz DWZ-Vorteil sofort in das Remis einwilligte.

In der Nachmittagsrunde ging es gegen den punkt- und brettpunktgleichen SC Haar. Auch von der Aufstellung war ein ausgeglichener Kampf zu erwarten. Früh einigten sich Leon Staudacher und Simon Hugger an den beiden ersten Brettern mit ihren Kontrahenten auf Remis. Kurz darauf entwickelten sich Brett 3 und 4 leider zugunsten der Gäste aus Haar. Ohne Gegenspielchancen wurden beide Partien verloren. Endstand: 1-3

So wurde am Heimspieltag mit einem Sieg und einer Niederlage nur das Minimalziel erreicht und Platz 6 so gut wie gesichert. Mit dem Restprogramm gegen Moosburg und Tabellenführer Tarrasch München ist aber wohl nicht mehr drin.

Tabelle U20 Landesliga Süd

Partien Landesliga Süd

4.Runde von Sendling 3 gegen Tarrasch 5

Zur 4.Runde nach der etwas längeren Weihnachtspause musste die dritte Mannschaft des SC Sendling gegen die durchaus spielstarken Tarraschianer zuhause antreten. Die ohnehin angespannte Personalsituation hatte sich durch Ausfälle und Vertretungen noch verstärkt, so dass wir ohne vier(!) Stammkräfte spielten. Trotzdem konnte die Mannschaft mit acht Spielern antreten und hätte fast den ersten Punkt geholt (diesen Konjunktiv haben wir allerdings auch schon in Dachau strapaziert).

Bei Michael an Brett 8 sah es nach einer eher ruhigen Englischen Partie sehr ausgeglichen aus, bis in der Endspielphase ein Abtausch falsch berechnet wurde. Der junge Gegner hatte daraufhin eine Mehrfigur ohne ausreichende Kompensation. Hiernach waren auch keine Tricks mehr möglich. Jedoch sahen die anderen Bretter durchaus verheißungsvoll aus.

Hakan, der an Brett 1 spielen musste, sah sich in einer Schottischen Partie mit schwarzem Königsfianchetto und entgegengesetzen Rochaden einem optisch eindrucksvollen Bauernangriff auf dem Königsflügel konfrontiert. Nach einigen vielleicht unpräzisen Zügen von Weiß konnte er etwas Gegenspiel organisieren und ein Remis erreichen. Ebenfalls mit Schwarz hatte Simon an Brett 5 im favorisierten Black Lion eine gewisse Initiative und eine halboffene f-Linie gegen den weißen König erreicht, wohingegen der Gegner zwar ein schönes Zentrum, aber keinen Matchplan besaß. Daher wurde auch hier Remis vereinbart. Das dritte Remis mit Schwarz erreichte Rudi an Brett 3, der in einer Skandinavischen Verteidigung seine Figuren gut koordinieren konnte und gegen die Weiß nichts erreichen konnte.

Fast hätte es bei Eduard an Brett 6 zu einem Positionssieg gereicht, denn er hatte in einer ruhigen Ragozin-Stellung das Läuferpaar und die bessere Figurenstellung. Nach der folgerichtigen Öffnung im Zentrum konnte Schwarz, der zudem in schwerer Zeitnot war, seine Figuren auf den Königsflügel verlagern und auf einmal einige gefährliche Drohungen aufstellen. Zum Schluss entschied dann eine taktische Lösung mit einem sehenswerten Einschlag auf g2 die Partie leider gegen uns.

Parallel dazu hatte allerdings Leonid mit Schwarz an Brett 7 aus einer anfänglich ganz zahmen Caro-Kann-Vorstoßvariante-Stellung einen schönen Damenflügelangriff auf der c- und b-Linie entfacht. Der Gegner selber hatte hingegen bei seinem Königsflügelangriff nur einige Bauern verloren ohne durchzudringen. Zum Schluss beherrschten die schwarzen Figuren das ganze Brett und der mittlerweile sehr geschwächte weiße König sah sich den ktiven Figuren unterlegen.

Auch an Brett 2 hatte Thomas aus einer günstigen Eröffnung gegen den Beschleunigten Drachen eine technisch gewonnene Stellung im späten Mittelspiel bzw. frühen Endspiel erreicht. Der Gegner, dessen Zeit vor der Kontrolle nur noch vom Inkrement gehalten wurde, opferte noch listig eine Qualität für etwas Gegenspiel, musste aber nach dem Abtausch aller Schwerfiguren das Bauernendspiel verloren geben.

Beim Stand von 3.5 – 3.5 hing der Mannschaftskampf daher an Brett 4, an dem Louis gegen eine zweifelhafte schwarze Eröffnung(Löwenthal-Kalaschnikov) schnell Stellungsvorteil und irgendwann auch einen Bauern gewann. Der Gegner war allerdings sehr erfahren und konnte mit aktiven Stellungsspiel zuerst Kompensation und später im Turmendspiel entscheidenden Vorteil erreichen. In der vierten Stunde nach Spielbeginn machten beide Seiten einige Fehler und mit Glück wäre auch ein Remis möglich gewesen, aber in der B-Klasse (und nicht nur dort) verlaufen die wenigsten Endspiele fehlerlos, zumal am späten Freitagabend nach einer langen Arbeitswoche.

Auch wenn es sich seltsam liest (bei einem Nullpunktestand), bin ich mit dem schachlichen Niveau unserer Mannschaft eigentlich zufrieden: Verglichen mit dem Saisonstart haben wir kaum Einsteller, die meisten Stellungen sehen nach der Eröffnung gesund aus, und die Spieler verfolgen bei ihren Partien im Mittelspiel in der Regel durchaus einen Plan, der auch (manchmal) funktioniert. Dass sich die Partieanlagen nicht in Ergebnissen wiederfinden, liegt oft an Kleinigkeiten und sollte nicht die Spielfreude trüben. Wie ich bei vielen Open-Turnieren auch schon festgestellt habe, hat sich das allgemeine Niveau und das technische Können der routinierten Club-Spieler zwischen 1500 und 1800 DWZ in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert – erst recht bei den jüngeren Spielern. Daher sind die Punkte einfach nicht mehr so planbar.

Wir freuen uns daher mit der 1.Mannschaft über die Tabellenführung in der Bezirksliga und drücken alle Daumen und bleiben selbst in der B-Klasse mit Sportsgeist dabei.

3.Runde von Sendling 3 in Dachau

Im Vorfeld der dritten Runde bei den Schachfreunden Dachau machte sich die dünne Personaldecke bemerkbar: zwar verstärkten Olaf und Michael unsere hinteren Bretter, aber krankheitsbedingt mussten wir mit -1 antreten. Auch wenn wir uns mit 3,5 Punkten aus den restlichen 7 Brettern recht achtbar schlagen konnten, reichte es trotzdem nicht für die ersten Sasionpunkte.

Die Spielbedingungen waren ausgesprochen angenehm (und kein Vergleich zu etwa Trudering): sehr viel Platz für jedes Brett, ruhige, konzentrierte Atmosphäre und diskrete Gastronomie. Die mit Olaf bestens vernetzten Schachfreunde boten uns dazu auch noch einiges Naschwerk von ihrer Nikolausfeier an.

An Brett 1 hatte ich einen sehr soliden Stellungspieler gleicher Spielstärke, der in der Spanischen Steinitz-Verteidigung alles wegtauschte, was gefährlich aussah. Nach der Eröffnung plätscherte die Partie bis zum schnellen Remisschluß vor sich hin (und auch die Stockfish-Engine langweilte sich in der Analyse bei konstant +0.1 zu Tode). Dagegen hatte Hakan an Brett 2 mit Schwarz einen lebhafteren Aufbau in einem unbalancierten Halb-Slawen und gewohnt lockerer Bauernstruktur. Er konnte aber die Partie auch recht schnell in den Remihafen überführen. Neben dem
leeren 3.Brett musste Karsten an Brett 4 in einer unregelmäßigen schwarzen Verteidigung erst lange den Druck von Weiß aushalten, bis er im Endspiel einen Freibauern auf dem Damenflügel bilden konnte. Nach langem Kampf beim Standvon 3:4 gegen uns ging auch der Bauer verloren, wonach das Springerendspiel total remis war. Rudi’s Gegner verteidigte sich gegen das Londoner System ausgesprochen symmetrisch und auch die Bauernstrukturen waren gleich, also auch remis.

Hinten war mehr los: Louis hatte am 6.Brett mit Schwarz in einem Slawischen Damengambit dem Gegner erlaubt, ein starkes Zentrum zu bilden. Der überzog aber und Schwarz hätte mit zwei Mehrbauern in ein sehr gutes Endspiel abwickeln können. Nach einer sehr vorsichtigen Fortsetzung konnte Weiß mit seinem starken Freibauern eine Stellungswiederholung und das Remis erzwingen. Michael, der als ausgezeichneter Navigator während der Hinfahrt fungierte, spielte in der Englischen Eröffnung ein Botvinnik-System an Brett 7 mit früher Verblockung des Damenflügels. Bei der darauffolgenden Öffnung des Königsflügels ergab sich ein taktisches Handgemenge, aus dem Schwarz mit entscheidendem Materialvorteil herauskam. Dagegen konnte man nichts mehr ausrichten. Mehr Erfolg hatte der bereits vor der Partie zuversichtliche Olaf am 8.Brett: Gegen seine Owen-Verteidigung wählte der Gegner einen handzahmen Aufbau und ließ in einer Stellung mit entgegengesetzten Rochaden einen Angriff gegen seinen König zu, den er nur unter Materialverlust abwehren konnte. Das Endspiel mit Mehrqualität und Mehrbauer wäre beinahe noch aufgrund einer übersehenen Gabel gekippt, aber Olaf konnte gerade noch rechtzeitig einen Freibauern durchbringen, da die Springer so schlecht in der Rückwärtsbewegung sind.

Insgesamt also ein zufriedenstellender Auftritt trotz 0 Saisonpunkten. Wir wollen uns in der kurzen Winterpause erholen und in 2018 noch den ein oder anderen Gegner ärgern. Und das beste: Von den vier Fernreisen in dieser Saison haben wir schon die Hälfte ‚rum und „nur“ noch Karlsfeld und Eching vor uns.

U20 Landesliga Süd 2017/18

In Runde 2 gelang gegen Regensburg der 1.Sieg in der Landesliga Süd. Den Regensburgern war kurzfristig ein Spieler ausgefallen, so dass sie kampflos das 4.Brett hergeben mussten. Für das 2-0 sorgte Benedikt Kretzler. Durch den Abtausch ins Turmendspiel gelang es ihm, die Initiative an sich zu reissen und wenig später Bauern und Partie zu gewinnen. Den entscheidenden halben Punkt holte schließlich Simon Hugger, der das eigentlich verlorene Bauernendspiel nur mit viel Glück remis halten konnte.

Gegen die ebenfalls in Bestbesetzung angetretenen Dorfener setzte es eine glatte und schnelle 0,5 – 3,5 Niederlage.

Tabelle U20 Landesliga Süd

Partien Landesliga Süd

In der nächsten Doppelrunde am 27.01.18 geht es zuhause in Sendling gegen die direkten Konkurrenten um den Verbleib in der Landesliga: gegen bisher stark ersatzgeschwächte Unterhachinger und gegen Haar.

U20 Landesliga Süd 2017/18

Mit einem Auswärtskampf in Augsburg begann das Unternehmen Landesliga. Am Ende setzte sich der selbsterklärte Aufstiegsaspirant Kriegshaber Augsburg mit 3-1 durch. Doch aufgrund des hohen DWZ-Unterschieds der beiden Teams ist bereits der eine Punkt durch den Sieg von Stefan Schamberger ein Erfolg.

Tabelle U20 Landesliga Süd

Dabei lag ein Punktgewinn durchaus im Bereich des Möglichen. Michael Schamberger hatte nach der Eröffnung die Möglichkeit, den Entwicklungsrückstand seines Gegners auszunutzen, was er leider verpasste. Dabei war Michael erst kurzfristig mit nach Augsburg gefahren, als am ausgemachten Treffpunkt zur Abfahrt leider nur 3 Spieler auftauchten und auf die Schnelle ein Ersatzspieler her musste.

Zweite Runde der dritten Mannschaft des SC Sendling

Zur zweiten Runde empfingen wir die starken Gäste von der ersten Mannschaft des Schachklub Neuperlach in unserem neuen Spiellokal – und verloren viel zu hoch mit 2:6. Wegen eines Missverständnisses über die Türschlüssel spielten wir zusammen mit unserer ersten Mannschaft in der Cafeteria, was allerdings mehr unsere starken Spieler beeinträchtigte, die sich mit den schweren Ggegnern von Weiß-Blau Allianz auseinandersetzen mussten. Dieses Duell war erheblich enger als unseres, und ich musste als Schiedsrichter in der letzten laufenden Partie eine Zeitüberschreitung
des Gegners reklamieren.

Wir spielten in der selben Aufstellung wie in der ersten Runde: Martin musste mit Schwarz am ersten Brett gegen einen Gegner antreten, der mich zwei Wochen zuvor in der OIBM in Bad Wiessee mit leichter Hand besiegt hatte. Gegen das schwarze Tschechische Pirc-System mit d6,c6 und Da5 wählte Weiß eine geduldige Variante und durchbrach mit Entwicklungsvorsprung das Zentrum. Nachdem die Linien gegen den schwarzen König geöffnet wurde, war die Partie auch schnell vorbei.

Auch bei Hakan und bei Simon gingen die Stellungen nach zunächst gutem Beginn ab einer Stelle den Bach herunter. Hakan spielte mit Weiß gegen eine unorthodoxe Sizilianische Fianchetto-Verteidigung gut gegen das schwarze Zentrum, überdehnte aber und verlor einen wichtigen Zentralbauern auf e5. Später ging auch noch der Damenflügel verloren. Simon an Brett 8 wählte den kreativen Nakamura-Angriff (1.e4 e5 2.Dh5), erhielt aber nach der vorsichtigen schwarzen Antwort eine erstaunlich spielbare Stellung mit einiger Initiative. Erst im späten Mittelspiel konnte der Gegner Simon mit Komplikationen überspielen und entscheidend Material gewinnen. Somit stand es früh 0:3 gegen uns.

Klaus hatte bereits in der Eröffnung mit Schwarz, einen an sich harmlos wirkenden Abtausch-Slawen, einen wichtigen Bauern ohne Kompensation verloren – und kämpfte ab da an um das Remis. Immerhin konnte er im Endspiel eine Art Festung aufbauen und mit passiver, aber hartnäckiger Verteidigung den halben Punkt sichern. Thomas‘ Weiß-Partie plätscherte zunächst in einer Caro-Kann-Hauptvariante dahin bis die Damen getauscht wurden und einige lange Mittelspiel-Manöver entkorkt wurden. Dabei parkte sein Gegner den Springer ungünstig am Rand, aber der mögliche
Figurengewinn wurde in Zeitnot übersehen und trudelte in das Remis aus.

Auch Karsten und Rudi schafften das Remis an den Brettern 5 und 6, wobei Karstens schwarze Stellung in einer Modernen Italienischen Partie nie gefährdet war. Hingegen musste Rudi nach einem sehr ruhigen Aufbau im London-System einen Bauernverlust realisieren und hatte nur durch sehr aktives Spiel im Springer-Endpsiel den Ausgleich sicherstellen können. Fast hätte dies auch Louis geschafft, der lange im Geschlossen Sizilianer mithalten konnte und erst im Leichtfiguren-Endspiel einen Materialverlust erlitt, von dem sich die Stellung nicht mehr erholen konnte und er trotz
langen Widerstands verlor.

Obwohl wir mit unserem DWZ-Schnitt locker im Mittelfeld der B-Klasse liegen, scheinen die anderen Mannschaften bislang gleichmäßiger besetzt. In den nächsten Runden geht es erst einmal darum, den momentanen Abwärtstrend zu stoppen.